Sozialtherapeutische Anstalt Baden-Württemberg - Hauptanstalt Hohenasperg
Bereits seit Mitte der 50er Jahre behandelt das Land Baden-Württemberg auf dem Hohenasperg zu langen Freiheitsstrafen verurteilte Strafgefangene, die überwiegend schwere Persönlichkeitsstörungen aufweisen. An der Entwicklung einer sozialtherapeutischen Konzeption hatten vor allem die beiden Psychoanalytiker Gerhard Mauch und Rudolf Engell maßgeblichen Anteil.
1969 richtete das Justizvollzugskrankenhaus Hohenasperg die erste sozialtherapeutische Abteilung ein und 1975 eröffnete das Land auf dem Hohenasperg die bis heute bestehende Sozialtherapeutische Anstalt Baden-Württemberg.
In der Hauptanstalt auf dem Hohenasperg verbüßen 84 % der Therapieteilnehmer Freiheitsstrafen von über 5 Jahren. 73 % sind Sexualstraftäter oder haben
ein Tötungsdelikt begangen und 63 % sind zu Sicherungsverwahrung oder zu
lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. Diagnostisch handelt es sich fast ausnahmslos
um schwere Persönlichkeitsstörungen. Die Behandlung kombiniert im Sinne einer
integrativen Sozialtherapie, arbeitstherapeutische, milieutherapeutische, kreativtherapeutische, psychotherapeutische und rückfallpräventive Methoden.
Die durchschnittliche Behandlungsdauer beträgt ca. vier Jahre.
Wegen der starken Nachfrage und wegen der geringen Anzahl von Behandlungsplätzen warten Gefangene, die in die Sozialtherapeutische Anstalt verlegt werden sollen, von der Anmeldung bis zur Verlegung ca. ein bis zwei Jahre.
Gemessen an den Ausgangsbedingungen arbeitete die Anstalt bisher ziemlich erfolgreich: 82% der behandelten Schwerkriminellen kommen nach der Entlassung nicht mehr in Haft.